Deutsch

Veranstaltungen

Lesung mit dem Autor Ron Segal am Montag, dem 11. Mai 2020

2020 ist ein Jahr, in dem sich viele Ereignisse im Zusammenhang mit dem Ende des 2. Weltkrieges jähren, so z.B. die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945. Am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, findet die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht statt, und es bietet sich an, im Kontext dieses Ereignisses, 75 Jahre danach, einen Blick auf die Entwicklung des Umgangs mit diesem Kapitel deutscher Geschichte in den letzten Jahren und Jahrzehnten zu werfen.

Es ist traurige Wahrheit, dass nur noch sehr wenige Zeitzeugen von den schrecklichen Ereignissen nationalsozialistischer Herrschaft und ihren Erfahrungen in dieser Zeit berichten können. Dennoch ist es unverzichtbar, Möglichkeiten einer Erinnerungskultur auszuloten, um auch in der Zukunft vor den Gefahren zu warnen, die mit übersteigertem Nationalismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Hass auf Minderheiten jeglicher Art und Fantasien imaginierter Überlegenheit verbunden sind.

Vor diesem Hintergrund freuen wir uns, an unserer Schule einen jungen Autor, Ron Segal, begrüßen zu können, der in seinem Roman "Jeder Tag wie heute" den Versuch unternimmt, in der Fiktion über die Biografie einer erdachten Figur „ein literarisches Sprechen über den Holocaust für jemanden ‚zwei Generationen danach‘ möglich“ zu machen. Im Anschluss an die Lesung aus dem Roman soll ein Gespräch eröffnet werden, an dem sich Schüler*innen aus Oberstufenkursen der Fächer Deutsch, Geschichte und Politische Wissenschaft beteiligen.

Diese Veranstaltung findet statt am Montag, dem 11. Mai 2020, in der Aula des Restaurant scolaire; Beginn: 8.00 Uhr

 

 

Vorbereitung auf die 5. PK mit Petra Kotowski

echt.klar.miteinander.“ – das ist Frau Kotowskis Motto, und so war auch ihr Präsentationstraining zu erleben. Neunzig Minuten lang redete sie vor und mit uns, wobei das Interesse stets geweckt blieb; dafür sorgte die professionelle Trainerin und Mutter zweier ehemaliger Schüler unseres Gymnasiums. Anhand ihrer Söhne wusste sie immer wieder in anschaulicher und amüsanter Weise Gegebenheiten zu erklären, und auch an Interaktion mit unserem Deutsch-Grundkurs fehlte es nicht.
So machte uns Frau Kotowski beispielsweise den Presenter – eine Fernbedienung, mit der sich ohne weitere Mühe PowerPoint-Präsentationen bedienen lassen – schmackhaft und sie gab zahlreiche Tipps, wie man sein Thema und nicht zuletzt auch sich selbst besser präsentieren kann.
Es lässt sich also sagen, dass Frau Kotowskis Coaching eine schöne Möglichkeit darstellt, eigenes Wissen über Vorbereitung und Umsetzung von Präsentationen zu erweitern und unter besten Bedingungen in zukünftige Vorträge oder schließlich die fünfte PK zu gehen.

Yannis Böhme

 

Passend zum Fontane-Jahr 2019: Rezitation des Werks "Irrungen, Wirrungen"

Es ist schon fast zu einer Tradition geworden: Auch in diesem Schuljahr besuchte der Rezitator Raimund Groß unsere Schule, um dem 12. Jahrgang und dem Leistungskurs des elften Jahrgangs die Werke von Theodor Fontane näher zu bringen. Die Grund- und Leistungskurse beschäftigten sich bereits im Vorfeld intensiv mit dem bedeutsamen Roman „Irrungen, Wirrungen“, den Fontane im Jahr 1887 verfasste. Die Geschichte ist eine Reise in die Vergangenheit, spielt im Berlin der 1870er-Jahre und thematisiert eine Liebschaft zwischen einem Baron und einem Mädchen des Kleinbürgertums, welche schon von Anbeginn an zum Scheitern verurteilt war. „Die Sitte gilt und muß gelten, aber daß sie’s muß, ist mitunter hart.“ Dieses Zitat von Fontane selbst beschreibt die Problematik der Zeit sehr treffend. Zur Lebenszeit Fontanes war der gesellschaftliche Stand und das damit verbundene Ansehen eine sehr wichtige Bedingung, um eine Ehe einzugehen. Im Verlauf der Handlung fällt den Liebenden immer wieder auf, dass diese Liebe nicht von Dauer sein kann.

Die Veröffentlichung des Romans liegt über 130 Jahre zurück, doch er hat keinesfalls seinen Reiz verloren. Durch die Vorführung von Reimund Groß wurden die Zuhörer in den Bann der Geschichte gezogen - sie wurde lebendig und hautnah erlebbar. Ein Schüler, der während der Vorstellung den Raum kurzzeitig verlassen musste, wurde im Anschluss daran auf höchst amüsante Weise in die Geschehnisse eingebunden.

Im Anschluss an die Lesung hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Diese Chance wurde auch genutzt, da seitens vieler Zuhörer Interesse daran bestand, wie lange der Rezitator sich mit einem Werk beschäftigen müsse, um eine derartige Präsentation zu erarbeiten. Besonders beeindruckend war, dass es keines großen Ensembles und nahezu keiner Requisiten bedurfte, um jeden in der Aula an die Lippen des Erzählers zu fesseln, sodass die Doppelstunde wie im Flug vergangen ist. Gerade aus dem Grund, dass Literatur durch Veranstaltungen dieser Art zum Leben erweckt werden kann, ist der Absolvent einer Kölner Schauspielschule immer wieder ein gern gesehener Gast in unserer Schule.

Niels Schellhaas

 

Lesung von Tanja Witte am RoRo aus ihrem Roman "Der Schein" am 25. Mai 2018

Am 25. Mai 2018 besuchte Tania Witte, ein Teil des Autoren-Duos „Ella Blix“, unsere Schule, um aus ihrem Roman „Der Schein“ vorzulesen. Der Jugendroman erschien im Januar dieses Jahres beim Arena Verlag. Wie Frau Witte uns erzählte, hatte es der Verlag zunächst nicht leicht mit ihr und ihrer Co-Autorin Antje Wagner, da sie ihr Buch nicht so einfach in ein Genre einordnen konnten. Letztendlich ist das Buch wohl eine Mischung aus Science-Fiction- und Mystery-Roman. Die Lesung fand in der Aula für unseren 9. Jahrgang statt. Tania Witte stand mit ihrem Roman in der Hand auf der Bühne und brachte es tatsächlich fertig, den gesamten Jahrgang dazu zu bringen, still zu sein und ihr aufmerksam zuzuhören. Ich war zwar noch nie bei einer Lesung, jedoch gefiel mir die Art und Weise, wie sie das Ganze anging, sehr gut. Zunächst gab sie uns eine grobe Zusammenfassung ihres Romans, erzählte von der Protagonistin Alina, die auf das Internat „Hoge Zant“ kommt und davon, wie seltsam so einiges auf der Ostseeinsel, auf der sich das Internat befindet, sei. Immer wieder las sie einzelne Textpassagen, wenn diese gerade in die Handlung passten, von der sie uns erzählte, was die Spannung beim Zuhören bei meinen Mitschülern und mir sehr steigerte. Tania Witte ist offensichtlich sehr geübt darin, auf möglichst interessante Art vorzulesen und zu erzählen. Doch nicht nur der Inhalt des Romans war packend, auch die Informationen, die wir zum Cover, zum Verlag oder zu der Namensgebung „Ella Blix“ bekamen, waren absolut witzig und ausgesprochen interessant. So erzählte Tania Witte uns, der Name „Ella Blix“ habe keine tiefere Bedeutung, Antje Wagner und sie seien nur „gebrannte Kinder“, wie sie sagte, da die Nachnamen der beiden mit einem W anfangen. Das sorgt dafür, dass sie in Bücherkatalogen immer relativ weit hinten stehen und, um das zu vermeiden, suchten sie sich einen Nachnamen, der mit B anfängt, aus. „Und außerdem klingt Antje Wagner und Tania Witte jetzt nicht besonders sexy“, fügte sie am Ende ihrer Erklärung hinzu. Insgesamt hat uns die Veranstaltung, auch wegen der Erklärung dieser interessanten Details, sehr gut gefallen.

Shima Kraft

 

Die Aula verwandelt sich in einen Käfig: „Die Verwandlung“ von Franz Kafka als Ein-Mann-Schauspiel

Ein Mann krabbelt auf allen Vieren und gibt tierische Geräusche von sich. Plötzlich hängt er an der Decke. Etwas ist mit ihm geschehen in der Nacht. Er ist kein Mensch mehr, sondern ein Tier. Ein ekliges Tier. Ein Käfer. Warum das so gekommen ist, wird er nie erfahren. Jetzt beginnt sein Horrortrip. Es ist 11:12 Uhr, in der Aula sitzt der gesamte 12. Jahrgang des Romain-Rolland-Gymnasiums und gruselt sich. Am 18. Oktober 2017 wurde für den 12. Jahrgang „Die Verwandlung“ von Franz Kafka von dem Schauspieler Reimund Groß szenisch dargestellt. Franz Kafka war einer der wichtigsten deutschsprachigen Erzähler des 20. Jahrhunderts. Er ist berühmt für seine grotesken und absurden Erzählungen und Romane. Und grotesk ist auch die Ausgangssituation der Verwandlung. Sie beginnt damit, dass der Protagonist Gregor Samsa eines morgens als Käfer erwacht. Vergeblich sucht er nach einer Erklärung für die Metamorphose. Auch seine Familie reagiert schockiert. Gregor zieht sich immer mehr aus dem Familienleben zurück. Die anderen Familienmitglieder sind angeekelt von ihm, und sein Vater bewirft ihn schließlich mit einem Apfel. Dieser verursacht eine lebensgefährliche Wunde. Einsam und isoliert stirbt Gregor, einst erfolgreicher Handlungsreisender und Ernährer seiner Familie, in seinem Zimmer, das mittlerweile als Abstellkammer dient. Die Erzählung ist über hundert Jahre alt, hat aber keineswegs an Wirkung verloren. „Das Stück war irgendwie beklemmend....es war unangenehm, zu erleben, wie er sich immer mehr abgeschottet hat, aber auch abgeschottet wurde.“, versucht Anna-Lena Hartstein die Wirkung des Stückes zu beschreiben. „Ich kann die Erzählung viel besser verstehen, als wenn ich sie nur gelesen hätte. Sie wurde lebendig.“ Und es war lediglich der Schauspieler Reimund Groß, Absolvent der Schauspielschule am Theater der Keller in Köln, mit einigen Requisiten, der die Schülerschaft über eine Doppelstunde in seinen Bann gezogen hat. Im Anschluss an die Darbietung wurde er mit Fragen überhäuft. Der bekennende Kafka-Fan hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schülern den trockenen Stoff auf seine Weise näher zu bringen. Er selbst hätte sich zu seiner Schulzeit ein solches Angebot gewünscht.

Lina Schulz

Der Rezitator Reimund Groß

 

Minnesänger und Minnesängerin

Das Mittelalter ist weit weg, Literatur aus vergangenen Zeiten in die Gegenwart zu transportieren und deren Spezifik begreifbar zu machen, nicht immer einfach. Die Fremdheit und Eigentümlichkeit dieser Epoche aufzuzeigen und die höfische Vortragskunst der Minnelyrik erlebbar zu machen, ist zentrales Anliegen von Herrn Hans Hegner und Frau Cosima Hoffmann.