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Veranstaltungen

Lesung von Tanja Witte am RoRo aus ihrem Roman "Der Schein" am 25. Mai 2018

Lesung Ella Blix – „Der Schein“ am Romain-Rolland-Gymnasium für die Klassen von Frau Bahr, Frau Roth und Herrn Frommert der Klassenstufe 9.

Am 25. Mai 2018 besuchte Tania Witte, ein Teil des Autoren-Duos „Ella Blix“, unsere Schule, um aus ihrem Roman „Der Schein“ vorzulesen. Der Jugendroman erschien im Januar dieses Jahres beim Arena Verlag. Wie Frau Witte uns erzählte, hatte es der Verlag zunächst nicht leicht mit ihr und ihrer Co-Autorin Antje Wagner, da sie ihr Buch nicht so einfach in ein Genre einordnen konnten. Letztendlich ist das Buch wohl eine Mischung aus Science-Fiction- und Mystery-Roman. Die Lesung fand in der Aula für unseren 9. Jahrgang statt. Tania Witte stand mit ihrem Roman in der Hand auf der Bühne und brachte es tatsächlich fertig, den gesamten Jahrgang dazu zu bringen, still zu sein und ihr aufmerksam zuzuhören. Ich war zwar noch nie bei einer Lesung, jedoch gefiel mir die Art und Weise, wie sie das Ganze anging, sehr gut. Zunächst gab sie uns eine grobe Zusammenfassung ihres Romans, erzählte von der Protagonistin Alina, die auf das Internat „Hoge Zant“ kommt und davon, wie seltsam so einiges auf der Ostseeinsel, auf der sich das Internat befindet, sei. Immer wieder las sie einzelne Textpassagen, wenn diese gerade in die Handlung passten, von der sie uns erzählte, was die Spannung beim Zuhören bei meinen Mitschülern und mir sehr steigerte. Tania Witte ist offensichtlich sehr geübt darin, auf möglichst interessante Art vorzulesen und zu erzählen. Doch nicht nur der Inhalt des Romans war packend, auch die Informationen, die wir zum Cover, zum Verlag oder zu der Namensgebung „Ella Blix“ bekamen, waren absolut witzig und ausgesprochen interessant. So erzählte Tania Witte uns, der Name „Ella Blix“ habe keine tiefere Bedeutung, Antje Wagner und sie seien nur „gebrannte Kinder“, wie sie sagte, da die Nachnamen der beiden mit einem W anfangen. Das sorgt dafür, dass sie in Bücherkatalogen immer relativ weit hinten stehen und, um das zu vermeiden, suchten sie sich einen Nachnamen, der mit B anfängt, aus. „Und außerdem klingt Antje Wagner und Tania Witte jetzt nicht besonders sexy“, fügte sie am Ende ihrer Erklärung hinzu. Insgesamt hat uns die Veranstaltung, auch wegen der Erklärung dieser interessanten Details, sehr gut gefallen.

                                                                                                                                         Shima Kraft

 

Der Rezitator Herr Groß

Die Aula verwandelt sich in einen Käfig „Die Verwandlung“ von Franz Kafka als Ein-Mann-Schauspiel

Die Aula verwandelt sich in einen Käfig „Die Verwandlung“ von Franz Kafka als Ein-Mann-Schauspiel Ein Mann krabbelt auf allen Vieren und gibt tierische Geräusche von sich. Plötzlich hängt er an der Decke. Etwas ist mit ihm geschehen in der Nacht. Er ist kein Mensch mehr, sondern ein Tier. Ein ekliges Tier. Ein Käfer. Warum das so gekommen ist, wird er nie erfahren. Jetzt beginnt sein Horrortrip. Es ist 11:12 Uhr, in der Aula sitzt der gesamte 12. Jahrgang des Romain-Rolland-Gymnasiums und gruselt sich. Am 18. Oktober 2017 wurde für den 12. Jahrgang „Die Verwandlung“ von Franz Kafka von dem Schauspieler Reimund Groß szenisch dargestellt. Franz Kafka war einer der wichtigsten deutschsprachigen Erzähler des 20. Jahrhunderts. Er ist berühmt für seine grotesken und absurden Erzählungen und Romane. Und grotesk ist auch die Ausgangssituation der Verwandlung. Sie beginnt damit, dass der Protagonist Gregor Samsa eines morgens als Käfer erwacht. Vergeblich sucht er nach einer Erklärung für die Metamorphose. Auch seine Familie reagiert schockiert. Gregor zieht sich immer mehr aus dem Familienleben zurück. Die anderen Familienmitglieder sind angeekelt von ihm, und sein Vater bewirft ihn schließlich mit einem Apfel. Dieser verursacht eine lebensgefährliche Wunde. Einsam und isoliert stirbt Gregor, einst erfolgreicher Handlungsreisender und Ernährer seiner Familie, in seinem Zimmer, das mittlerweile als Abstellkammer dient. Die Erzählung ist über hundert Jahre alt, hat aber keineswegs an Wirkung verloren. „Das Stück war irgendwie beklemmend....es war unangenehm, zu erleben, wie er sich immer mehr abgeschottet hat, aber auch abgeschottet wurde.“, versucht Anna-Lena Hartstein die Wirkung des Stückes zu beschreiben. „Ich kann die Erzählung viel besser verstehen, als wenn ich sie nur gelesen hätte. Sie wurde lebendig.“ Und es war lediglich der Schauspieler Reimund Groß, Absolvent der Schauspielschule am Theater der Keller in Köln, mit einigen Requisiten, der die Schülerschaft über eine Doppelstunde in seinen Bann gezogen hat. Im Anschluss an die Darbietung wurde er mit Fragen überhäuft. Der bekennende Kafka-Fan hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schülern den trockenen Stoff auf seine Weise näher zu bringen. Er selbst hätte sich zu seiner Schulzeit ein solches Angebot gewünscht.

Lina Schulz

Minnesänger und Minnesängerin

Das Mittelalter ist weit weg, Literatur aus vergangenen Zeiten in die Gegenwart zu transportieren und deren Spezifik begreifbar zu machen, nicht immer einfach. Die Fremdheit und Eigentümlichkeit dieser Epoche aufzuzeigen und die höfische Vortragskunst der Minnelyrik erlebbar zu machen, ist zentrales Anliegen von Herrn Hans Hegner und Frau Cosima Hoffmann.