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Politische Bildung einmal anders: Die Bundesministerin für Bildung und Forschung zu Gast am Romain-Rolland-Gymnasium

Am 12. Mai 2015, dem EU-Projekttag an Schulen, erwartete die Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs, der Wahlpflichtkurse PW und einige Klassenvertreter der jüngeren Jahrgänge eine besondere Veranstaltung: ein Podiumsgespräch mit der Bundesministerin Frau Prof. Dr. Johanna Wanka.

Kira und Jost aus dem bilingualen Zweig sowie Cassandra und Katharina aus dem LK PW stellten der Ministerin Fragen, die sie zuvor im Unterricht erarbeitet hatten. Es ging um die Themenbereiche Vereinheitlichung der Bildungsabschlüsse und Hochschulzugänge, Mobilität in Europa, den Bologna-Prozess und die Jugendarbeitslosigkeit in Europa.

In Rahmen dieser Veranstaltung bot sich die gute Gelegenheit, der Ministerin unsere Sorgen um die geplante Abschaffung der zweisprachigen französisch-deutschen Klassen in Frankreich mitzuteilen. Frau Prof. Dr. Wanka versicherte, dass sie diese Pläne ebenfalls sehr bedauerlich finde und hoffe, dass das letzte Wort dazu noch nicht gesprochen sei. Sie wolle sich dafür einsetzen, dass das erfolgreiche bilinguale Schulmodell weitergeführt werde. Sie habe in der Sache auch schon erste Kontakte zu dem zuständigen Ministerium aufgenommen. Diese Mitteilung nahmen alle Anwesenden mit großer Erleichterung auf.

Die Fragen, die sich die Schülerinnen und Schüler auf dem Podium ausgesucht hatten, waren für die meisten Zuhörer von großem Interesse, weil sie einen starken Bezug zu ihrer eigenen Lebenswelt hatten. So ging es z.B. um Probleme mit dem NC, die Verschulung des Studiums, Möglichkeiten des Studiums und der Ausbildung im europäischen Ausland oder die Frage, was im Rahmen der EU gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa getan werde.

Die Ministerin beantwortete alle Fragen und bezog klar Stellung. So sprach sie sich für die Vereinheitlichung der Anforderungen für bestimmte Abschlüsse aus, machte aber klar, dass sie im Föderalismus eher einen Gewinn als einen Nachteil sieht, auch wenn man nicht überall auf gleiche Bildungswege und Regelungen treffe. Die Festlegung von Standards und die Vergleichsarbeiten hätten für eine ausreichende Vergleichbarkeit gesorgt und ließen Spielräume für regional gewachsene und kulturell bedingte Unterschiede. Die Sorgen der Schüler um einen immer stärker steigenden NC versuchte sie zu beschwichtigen, indem sie auf die Vielzahl von Universitäten und Fachhochschulen mit sehr unterschiedlichen NC-Anforderungen verwies und dazu aufforderte, auch in kleinere Städte und an weniger bekannte Universitäten zu gehen.

Auch die Sorge, dass der Bachelor-Abschluss nur wenig Anerkennung genieße, relativierte sie mit dem Hinweis, dass Unternehmer schon immer „gemeckert“ hätten, weil sie einen genau zu ihrem Unternehmen passenden Hochschulabsolventen haben wollten. Dies könnten die Universitäten und Fachhochschulen aber nicht leisten und hätten dies auch vor der Reform nicht geleistet. Zu der anklingenden Kritik, dass das Studium durch den Bologna-Prozess sehr verschult worden sei, führte sie aus, dass sie in einer klaren Struktur des Studiums und der Verpflichtung zu Leistung in jedem Semester etwas Gutes sehe. Es sei ein Vorteil, dass der Erfolg eines Studiums sich nicht erst in den Abschlussprüfungen zeige, wie es früher der Fall gewesen sei. Seit der Einführung von Bachelor und Master seien die Durchfallquoten deutlich gesunken.

Insgesamt freute sich die Ministerin, an einer Schule zu sein, die, wie sie sagte, ein so vielfältiges europäisches Profil entwickelt habe und an der Austauschprogramme nach Frankreich selbstverständlich seien. Natürlich stellte sie auch das EU-Förderprogramm Erasmus+ genauer vor, das durch eine große finanzielle Aufstockung noch mehr jungen Menschen die Möglichkeit bietet, Teile ihres Studiums oder ihrer Ausbildung im europäischen Ausland zu absolvieren. Insgesamt warnte sie die Schülerinnen und Schüler nachdrücklich, ihre Studien- und Ausbildungswünsche nur nach dem wirtschaftlichen Bedarf auszurichten, und forderte sie auf, ihre Begabungen und Neigungen in den Vordergrund zu stellen.

Es gab noch viele andere Fragen in dem weiten Feld der Bildung, die die Ministerin geduldig beantwortete. Bis zum Schluss blieb die hohe Aufmerksamkeit der Zuhörenden erhalten. Auch wenn die Ministerin dem letzten Fragesteller aus der 7. Klasse, der sich über die viel zu teure Pilotenausbildung beschwerte, keine Hoffnung machen konnte, dass sich das in den nächsten Jahren ändern würde, war die Veranstaltung insgesamt sehr informativ und anregend und sorgte auch auf dem Pausenhof und in den Klassen noch für interessante weiterführende Gespräche.

Christine Schubert-Schroth

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Chinesisch sprechen mit dem Staatspräsidenten – RoRo-Schüler/-innen bei der offiziellen Begrüßung von Präsident Xi Jinping durch den deutschen Bundespräsidenten Gauck anlässlich des Staatsbesuchs im Park von Schloss Bellevue

Anlässlich des Besuches des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping in Deutschland wurden 30 Chinesisch lernende Schülerinnen und Schüler von der 9. bis 12. Klasse des Romain-Rolland-Gymnasiums zum offiziellen Empfang durch Bundespräsident Gauck eingeladen.

Für die Schülerinnen und Schüler wurde der Park von Schloss Bellevue am 28. März 2014 zum eindrucksvollen Erlebnisort ihres Schullebens. Sie bildeten die junge Kulisse für die persönliche Begrüßung des Gastes und seiner Delegation durch Bundespräsident Gauck im Park von Schloss Bellevue. Anschließend erlebten sie die militärische Ehrenformation des Wachbataillons der Bundeswehr mit und vernahmen die Darbietung der Nationalhymnen beider Länder, bevor die Präsidenten vor ihren Augen die Ehrenformation abschritten.

Bereits im Vorfeld informierten sich die Schülerinnen und Schüler über die Rolle und die Aufgaben des Bundespräsidenten, um sich auf das Ereignis vorzubereiten und die Begrüßungszeremonie zu verstehen. Vor Ort schwenkten die Schülerinnen und Schüler als Vertreter der jungen Generation Deutschlands die Fähnchen mit deutschen und chinesischen Nationalflaggen, um die Gäste aus China freundlich willkommen zu heißen. Die anschließende direkte Begegnung mit den Präsidenten beeindruckte die jungen Leute am meisten. Sie schüttelten Hände mit Bundespräsident Gauck, tauschten einige chinesische Worte mit Staatspräsident Xi und seiner Gattin und probierten ihre in der Schule erlernten Sprachkenntnisse aus. Die chinesischen Gäste und zahlreiche deutsche Medienvertreter bedachten die Sprachkenntnisse der Schülerinnen und Schüler mit großem Respekt und zeigten begeistertes Erstaunen über den sprachgewandten Weltbürgernachwuchs. Die Schülerinnen und Schüler des Romain-Rolland-Gymnasiums fühlten sich einmal mehr motiviert, ihre Chinesischkenntnisse mit Elan voranzutreiben. Insofern wird dieses Erlebnis, so sagten viele Schüler, „unvergesslich in Erinnerung“ bleiben!

Dr. Weijian Liu

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